DAB - ein Misserfolg

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Nach 180 Millionen Euro ist Schluss. Die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF) hat die Notbremse gezogen und bezeichnet den DAB-Standard als gescheitert.

Mit dieser Erkenntnis kommt sie sieben Jahre später als der Bundesverband Freier Radios. Bereits 2001 hatte sich der BFR gegen die Einführung von DAB zur Digitalisierung des Hörfunks ausgesprochen. Inzwischen wird die ARD allein 132,1 Mio. Euro und das Deutschlandradio 47,4 Mio. Euro bis Ende der Gebührenperiode 2008 ausgegeben haben. Und das für einen Standard der, laut jüngstem KEF-Bericht „von den Zuhörerinnen und Zuhörern nicht in ausreichendem Maße akzeptiert worden ist“. Dementsprechend soll der Anteil der Öffentlich-Rechtlichen um satte 90 % gekürzt werden.


Geplant war ursprünglich mit DAB die UKW-Hörfunklandschaft abzubilden. Doch dieser Ansatz sei nicht mehr leistbar, so die KEF, auch vor dem Hintergrund neuerer technischer Entwicklungen. Zudem werden der UKW-Hörfunk nach wie vor von der Bevölkerung intensiv genutzt, und eine Abschaltung dieses Systems sei nicht absehbar. Völlig überrascht zeigte sich von dieser Erkenntnis nicht nur ARD und D-Radio, sondern auch die privat-kommerzielle DAB-Lobby. Die hält an dem künftigen Standard DAB+ fest und warnt nun schon vor einem Durcheinander bei der Entwicklung des digitalen Radios in Deutschland. Für die Öffentlich-Rechtlichen bleiben künftig immerhin noch 42 Mio. Euro für einen Neustart und neue Visionen.

Vielleicht studieren die Verantwortlichen bis dahin den 25-Punkte-Katalog des BFR. Der ist auch nach sieben Jahren eine hochaktuelle Lektüre und nachzulesen im Internet auf der Seite:

http://www.freie-radios.de/bfr/dab.htm