Radiocamp am Bodensee vom 16. bis 20. Mai 2012 - Jetzt anmelden!

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Direkt am Bodensee campen alljährlich seit nunmehr 17 Jahren freie Radioaktive. Dort treffen sie sich zum Kreativ-Werden, zum Lernen, zum Plaudern, zum Kontakteknüpfen und zum Produzieren. Alles beim Radiocamp auf dem DGB-Gelände in Markelfingen.

Vom 16. bis 20. Mai 2012 werden unterschiedlichste Radioworkshops angeboten: ob nun redaktionell, technisch oder theoretisch interessiert, Neues zu Erfahren gibt es auf allen Gebieten. Und da die Workshops noch mit kulturellem Programm, von verschiedenen Freizeitaktivitäten und wunderschöner Umgebung umschmückt sind, wird nicht nur die Wissbegier von Radio-Neulingen und Radio-Fortgeschrittenen gestillt, sondern auch das Kontakte knüpfen, Neue-Leute-Kennenlernen, Spaß-Haben und Diskutieren kommt nicht zu kurz.

 

In den vergangenen Jahren trafen sich hier Radiomacher_innen und Gewerkschaftler_nnen allen Alters und aus allen Ecken der Erde, so soll es auch dieses Jahr werden.

Bis Mai also!

Mehr Infos: http://www.aff-bawue.org/campinfos12.htm

Programm 2012: http://www.aff-bawue.org/workshop12.htm

Anmeldung: http://www.aff-bawue.org/anmeld2012.htm

 

Workshops 2012


1. On air - Einführungskurs

Mit Timo Stadler Querfunk Karlsruhe 

Eine praktische Einführung ins Freie Radiomachen: Anschließend seit ihr natürlich noch keine perfekten RadiojournalistInnen, aber ihr werdet die Grundkenntnisse haben, um eine Sendung zu gestalten und auch etwas über das Selbstverständnis der Freien Radios wissen.

 

2. Gute Stimme, gute Beiträge: Stimmbildung für Journalist_innen

Mit Julia Kokke

Eine Stimme kann Sympathie und Selbstvertrauen oder eben auch das Gegenteil vermitteln. Unerfahrene Studiosprecher_innen sind oft überrascht, dass ihre Aufnahmen in Bezug auf Stimmklang, Artikulation und Ausdruck nicht natürlich klingen. Das liegt einerseits an der ,virtuellen' Studiosituation, in der eine Sprecher_in allein in einer Tonkabine steht und doch ein Gespräch mit den Zuhörern simulieren muss. Andererseits treten stimmliche Eigenheiten, wie Dialekte, Kurzatmigkeit oder Heiserkeit vielmehr in den Vordergrund, da die Kommunikation allein auf die Stimme reduziert ist. In diesem praxisorientierten Training erarbeiten sich die Teilnehmer_innen unter Anleitung selbst Lösungsstrategien, mit dieser speziellen Studio-Situation umzugehen. Übungen zu Atembewegung, Artikulation, Resonanz und Körperhaltung versetzen sie in die Lage, mit minimalem Kraftaufwand eine präsentere, tragfähige und voll klingende Stimme zu entwickeln.

 

3. Kommentieren in Richtig

Mit Wera Morawietz

Es liegt uns immer wieder auf der Zunge, ein Herzens-Thema im Radio zu kommentieren. Doch einfach nur so 'daherlabern', wie es uns in den Sinn kommt, bringt nicht unbedingt die Hoerenden dazu, ueber das gewaehlte Thema nachzudenken. Das Ziel eines Kommentares sollte sein, eine Thema in recht kurzer Zeit mit unterlegten Fakten so zu analysieren und zu praesentieren, dass Hoerende dem folgen koennen und als 'richtig' ansehen - nach diesem Workshoptag wird dies gelingen.

 

4. Egal geht nicht! Ein Projekttag zum couragierten Handeln gegen menschenverachtende Einstellungen und Neonazis

Mit Martin Guss Querfunk Karlsruhe

Es gibt viele Merkmale, wie z.B. Herkunft, Hautfarbe, Geschlecht oder sexuelle Orientierung, auf Grund derer Menschen beurteilt oder abgewertet werden. Im Projekttag schauen wir uns an, welche Folgen dies für Betroffene haben kann. Wenn sich Bewertungen und Urteile im Denken in Bezug auf bestimmte Menschen verfestigen, so können daraus menschenverachtende Einstellungen entstehen. Der Projekttag klärt über die Politik und Strategien der organisierten Rechten auf und zeigt, wie diese versuchen, Jugendliche zu beeinflussen. Es wird gezeigt, dass überall dort, wo organisierte Rechte an Einfluss gewinnen, letztlich alle Betroffene von Bedrohung und Angriffen werden können, die sich dem Anpassungsdruck nicht fügen. Der Projekttag zeigt, dass nur ein Leben in einer offenen und menschlichen Gesellschaft freie Entfaltung ermöglicht. Dafür ist es notwendig, Möglichkeiten couragierten Handelns zu kennen. Diese können im Projekttag ausprobiert werden und es wird gezeigt, wie alle Menschen Verantwortung übernehmen können. 

 

5. Vergleich zwischen den Radiotypen Was macht uns als freies Radio aus?

Mit Steffen Käthner RUM Marburg

 

6. Kreatives Schreiben für's Radio

Mit Joël Adami

"Unterhaltungsformate" wie Hörspiele, Glossen oder Satiren spielen in freien Radios oft eine untergeordnete Rolle. Nicht nur die Produktion ist aufwändig: der Text muss ja erst einmal geschrieben werden. Natürlich eignet sich nicht jeder Text für ein Hörspiel oder einen ähnlichen Beitrag im Radio. Das sind scheinbar hohe Hürden, die zu Schreibblockaden führen. Und die führen letztendlich dazu, dass das "Projekt Hörspiel" wieder in der Schublade verschwindet. Dabei wären doch gerade im freien Radio der Kreativität fast keine Grenzen gesetzt! Im Workshop wollen wir Erfahrungen austauschen, Kreativtechniken ausprobieren, Schreibblockaden überwinden und einen Plot aufbauen. Als Krönung werden wir versuchen, ein eigenes Hörspiel zu schreiben und nach Möglichkeit auch zu produzieren. Schreiberfahrung ist nicht nötig; ein Ziel des Workshops ist es, Berührungsängste abzubauen.

 

7. Warum selber sprechen?

Mit Anja Kohfeldte

Dass Musik und Geräusche am Rechner erzeugt werden können, sollte bekannt sein. Aber auch Sprache, Sätze oder ganze Gespräche können am Rechner generiert werden. Wie das funktioniert, was für Möglichkeiten Sprachsynthese eröffnet und wie weit die Technik dabei mittlerweile fortgeschritten ist, soll in diesem Workshop behandelt werden.

 

8. Rassismus auf gut Deutsch zu rassistischen Sprachhandlungen

Mit lann hornscheidt  

rassismus auf gut deutsch: wie sprache rassistisch ist sprache ist ein wichtiges instrument zur schaffung von wirklichkeit. da wirklichkeit stark rassistisch ist, tragen auch sprachhandlungen dazu bei. dies kann die benutzung einzelner wörter sein, nachfragen an ein gegenüber, nicht-reden in diskriminierungssituationen, sprachliche argumentationsmuster und vieles mehr. in dem workshop werde ich verschiedene rassistische sprachhandlungen vorstellen, und wir werden durch diskussionen, unterschiedliche übungen und rollenspiele versuchen verschiedene ebenen von rassismus und sprache zu verstehen. in einem zweiten schritt werden wir dann unterschiedliche formen von interventionen in rassismus ausprobieren und auswerten: wann schweige ich besser, was sind grundsätze eines handelns gegen rassismus, wie kann ich argumentieren und welche rolle spielt meine eigene diskriminierung/privilegierung? der workshop basiert auf den texten in rassismus auf gut deutsch, welches bei mir für den halben ladenpreis (20 euro) erworben werden kann.

 

9. Kreatives Gestalten mit O-Tönen im Jugendradio!

Mit JugendradioFM

Eines der Probleme beim Erstellen von Radiobeiträgen ist: Wie soll ich so viel, so spannendes, so interessantes im Radio packend erzählen? Womit anfangen, wie die O-Töne einsetzen? Der Workshop richtet sich an Jugendliche Radioredakteure/innen, die bereits erste Erfahrungen in Sachen aktives Radio machen gesammelt haben. Der Workshop bietet die Möglichkeit auf diese Erfahrungen aufzubauen und kreativ mit gesammelten O-Tönen umzugehen. Wir trainieren (fast) alles, was ein Reporter mit O-Tönen machen kann.

 

10. Interviews FUEHREN

Mit Andreas Klug RDL Freiburg

Gute Interviews sind keine Zufallsprodukte sondern gezielt vorbereitete, inszenierte Dialoge, im Mittelpunkt stehen die Antworten des/der Interviewpartner_in. Im Workshop geht es darum, ein Interview vorzubereiten, bei dem es Spaß macht zuzuhören, bei dem der Verlauf spannend ist und die Antworten aufschlussreich sind. Mit "echten Interview-Partner_innen" entstehen kleine Produktionen, die aktuelle Themen aufgreifen und auf den Punkt bringen.

 

11. Aufnahmen bearbeiten mit *Audacity*

Mit Heike Demmel Radio Z aus Nürnberg

Das digitale Schnittprogramm Audacity wird mittlerweile in vielen Freien Radios eingesetzt. Doch mit wenig Aufwand ließe sich die technische Qualität vieler Beiträge verbessern und die Produktion einfacher und angenehmer gestalten. Wie gestalte ich schlechte Aufnahmen ohrenfreundlicher und verständlicher? Wie strukturiere ich große Radioprojekte? Entrauschen, /Auto/-/Duck/-/Fade, normalisieren sind hierfür nur einige Hilfsmittel. Der Workshop wirft einen Blick auf entsprechende Funktionen des Tonbearbeitungsprogramms Audacity und nützliche Arbeitsweisen. Er richtet sich an RadiomacherInnen, die Audacity schon etwas kennen.

 

12. 'Es geht doch nur um gute Musik!'

Mit Katja Roeckel Radio Blau Leipzig  

Musik im freien Radio spaltet oft die Geister: die einen wollen am liebsten nur ihre Lieblingsmusik hören und diese möglichst subjektiv kommentiert im Radio spielen, andere betrachten Musik als nützliches Beiwerk ihrer informativen Wortbeiträge. Natürlich gibt es auch einiges dazwischen, deshalb soll es in diesem Workshop ganz praktisch um den Einsatz von Musik im Radio gehen. Der Schwerpunkt des Workshops liegt auf den beiden Punkten 'Musik als Gestaltungsmittel' und 'als Sendeelement'. Es gibt aber auch Raum für inhaltliche Auseinandersetzung zu ganz "banalen" Fragen wie: "Wie komme ich an neue Musik?" oder auch ganz praktisch: "wie mache ich ein Interview mit einer Musikerin/einem Musiker?".

 

13. Ökonomische Theorie in der Krise

Mit Christoph Ernst

Eine Einführung in die großen Wirtschaftstheorien Wurde die Finanzkrise in den USA von gierigen Bankern verursacht oder ist sie das Ergebnis einer tieferliegenden Krise des Kapitalismus? Ist für die anschließende europäische Schuldenkrise in Europa die Faulheit "der Griechen" oder die wirtschaftliche Macht Deutschlands verantwortlich? Und markiert die Finanz-, Wirtschafts- und Schuldenkrise der letzten Jahre auch eine Krise der herrschenden Wirtschaftstheorie? Wie solche Fragen beantwortet und ob sie überhaupt gestellt werden können, hängt von den ökonomischen Theorien ab, mit denen die Krise beleuchtet wird. In dem Workshop sollen die Grundlagen der großen Wirtschaftstheorien vorgestellt und gemeinsam reflektiert werden: Liberalismus und Neo-Liberalismus, Institutionalismus/ Keynesianismus und Marxismus. Es soll dabei jedoch nicht abstrakte Theorievermittlung betrieben werden. Stattdessen wird es darum gehen, ausgehend von den Fragen der TeilnehmerInnen die Theorien und ihre praktische Wirkung in Gesellschaft und Wirtschaft zu verstehen. Grundlage der Untersuchung der Theorien bildet dabei die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise. Referent: Christoph Ernst hat u.a. politische Ökonomie studiert und arbeitet in unterschiedlichen Kontexten der politischen Bildung zu ökonomischen Themen (unter anderem in der AG PolÖk, mit der er im Oktober 2011 die Broschüre "Bildung zu Kapitalismus und Kapitalismuskritik" veröffentlicht hat).