4. Quartal 2010

Freie Radios und soziale Bewegungen in Argentinien

Argentinien

Alternative Medien und vor allem Community-Radios spielen in Argentiniens Medienlandschaft eine wichtige Rolle. Sie leisteten einen wesentlichen Beitrag zur Presse-, Meinungs- und Kommunikationsfreiheit und zur Demokratisierung des Landes. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus Militärdiktatur (1976-83) und neoliberaler Wirtschaftspolitiken sind sie traditionell mit den Kämpfen der sozialen Bewegungen verbunden.
Über 20 Jahre nach Beendigung der Militärdiktatur wurde erstmals 2004 die öffentliche Forderung nach Reformen der Mediengesetzgebung in Argentinien laut. Das unter den Militärs geschaffene und während der neoliberalen Phase rechts-konservative Medienmonopole sichernde Rundfunkgesetz sollte abgelöst werden.

Eine demokratischere, partizipative Medienlandschaft sollte entstehen. Seit Beginn der Diskussion durchlebt Argentinien einen historischen Moment, dem wir uns annähern wollen.

Im Laufe des Jahres 2009 wurde ein Gesetzentwurf vorgestellt, der im Rekordtempo in Foren (Vollversammlungen) in der ganzen Republik diskutiert wurde. Vorschläge und Verbesserungen aus den Foren, von anderen Organisationen und zuständigen Institutionen wurden in das Gesetzgebungsverfahren einbezogen, um schließlich am 10. Oktober 2009 das neue „Gesetz für Audiovisuelle Mediendienste“ in beiden Parlamentskammern zu verabschieden. Einer von vielen Fortschritten: ein Drittel des Sendevolumens und der Übertragungswege ist nun für Kanäle und Sender von gemeinnützigen Organisationen reserviert. Deren wichtigstes Beurteilungskriterium ist nicht ihre finanzielle Leistung, sondern soziale Verankerung und ihre Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung. Vom Sommer diesen Jahres fanden nun erneut Foren statt, um die Implementierung dieses Gesetzes zu diskutieren und voranzubringen.

Was können wir hier in Deutschland und Europa aus diesen historischen Ereignissen lernen? Und wie können Radio-Aktivisten und/oder „Konsument_
innen“ von Medien Verbesserungen hierzulande vorantreiben bzw. Medienstrukturen beeinflussen oder gar radikal ändern? Diese Fragen wird die Berliner Politikwissenschaftlerin Viviana Uriona auf einer Infotour quer durch Deutschland thematisieren. Es gibt jetzt noch die Möglichkeit sie einzuladen und auch eine Veranstaltung in Eurer Stadt zu organisieren.
Kontakt: infotour [at] systemausfall [punkt] org

Viviana Uriona (* 1973) Politikwissenschaftlerin und Medienaktivistin, Argentinierin, lebt seit 15 Jahren in Deutschland. Sie studierte Politikwissenschaft an der Universität zu Köln und der FU Berlin, promoviert an der Universität Potsdam in Medienwissenschaften zu „Freie Radios als Gegenhegemoniales Projekt am Beispiel Argentinien“. Sie ist seit 2008 Stipendiatin der Rosa Luxemburg Stiftung. Zahlreiche Publikationen zu sozialen Bewegungen in Lateinamerika und Deutschland, Jugendbewegung, Solidarische Ökonomie und alternative Berichterstattung. Seit Jahren in der freien Radioszene in Deutschland (Bundesverband Freier Radios) und in transnationalen Projekten aktiv.

ukash
canakkale coklu pagerank sorgulama seo canakkale vergi mevzuati bagimsiz denetim vergi mevzuatı web security engelliler teknoloji sgk bagimsiz denetim bagimsiz denetim sorgulama internet security mevzuat vergi ve sgk mevzuati canakkale canakkale balik tutma search emeklilik kanunlar sira bulucu