coloRadio startet ePetition zur Rettung der 3 sächsischen freien Radios

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PRESSEMITTEILUNG

coloRadio startet ePetition zur Rettung der 3 sächsischen freien Radios

Kulturelle und politische Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung demokratischer Teilhabe und bürgerlichen Engagements. Dafür leisten die nichtkommerziellen Medien einen unverzichtbaren ehrenamtlichen Beitrag. Wir fordern vom Freistaat Sachsen die dafür benötigte Finanzierung ein.

Bleiben coloRadio, Radio T und Radio Blau wirklich nur noch 51 Tage bis zu ihrem Aus? Um ein solches Ende abzuwenden und die freien Radios in Dresden, Chemnitz und Leipzig zu erhalten, unterstützen zahlreiche Erstunterzeichner, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen aus dem öffentlichen Leben, Kultur und Politik, einen Offenen Brief von coloRadio Dresden. Ab sofort kann dieser unter www.coloradio.org gemeinsam mit einer Unterstützerliste veröffentlichte Text als ePetition unterzeichnet werden. Der Offene Brief richtet sich an die Verantwortlichen in der sächsischen Verwaltung und Politik mit der Forderung nach einer abgesicherten Finanzierung der drei freien Radios über den 31.12.2009 hinaus. Diese ist mit der einseitigen Kündigung der Kooperationsverträge zwischen der Apollo-Betreiberin, Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co KG, und den nichtkommerziellen Lokalradios durch Erstere entfallen.

In anderen Bundesländern müssen die Sende- und Leitungskosten nichtkommerzieller Lokalradios durch die zuständigen Landesmedienanstalten getragen werden. In Sachsen ist dies eine Kann-Bestimmung. Hier wurden diese Kosten bislang durch die Apollo-Betreiber (Sächsische Gemeinschaftsprogramm GmbH & Co KG) übernommen. coloRadio, Radio T und Radio Blau teilen sich die Frequenzen mit Apollo. Diese Situation geht auf Kooperationsvereinbarungen zurück, die im Zuge der Frequenzvergabe auf Betreiben der Sächsischen Landesmedienanstalt (SLM) zwischen den nichtkommerziellen Lokalradios und Apollo (Gemeinschaftsprojekt der sächsischen Privatrundfunkveranstalter) ausgehandelt wurden. Mit der Lizenzvergabe an Apollo war es gelungen, die besagten Frequenzen vor Konkurrenz auf dem sächsischen Werbemarkt zu schützen. Dieser Beweggrund ist nun entfallen, da die SLM unter Verweis auf die geplante Abschaffung des Ukw-Empfanges im Jahr 2015 keine freiwerdenden Frequenzen mehr neu ausschreiben will. Daraufhin wurden im Oktober 2009 die Kooperationsvereinbarungen durch die Apollo-Betreiber einseitig gekündigt. Die SLM sieht ihre Rolle nun lediglich als die einer Vermittlerin zwischen beiden Parteien.

Derzeit sendet coloRadio Dresden zwischen 18:00 und 23:00 Uhr an den Wochentagen und zwischen 12:00 und 24:00 Uhr am Wochenende auf 98,4 und 99,3 MHz.

Am 26.10. wurde der SLM bereits ein Offener Brief zum Erhalt von Radio Blau aus Leipzig übergeben. Mehr dazu in der damaligen Pressemitteilung: https://radio.fueralle.org/2009/10/pressemitteilung-von-radio-blau-radio-t-und-coloradio-zum-besuch-bei-der-slm.html Radio T aus Chemnitz initiierte eine Protestbrief und -postkartenaktion an die SLM.

Der Link zur ePetition: https://coloradio.org/bleibt

Mehr Informationen: https://www.coloradio.org https://radio.fueralle.org

Kontakt: Florian Rasch: 01522-9282703 Ralf Kürbis: 0160-93122011 Büro: 0351-32054710

Der Text des Offenen Briefes:

Die Existenz der drei Freien Radios in Sachsen (Radio T in Chemnitz, Radio Blau in Leipzig und coloRadio in Dresden) ist derzeit ernsthaft gefährdet. Bisher mussten die Freien Radios die hohen Sende- und Leitungskosten nicht selber tragen - was ihre finanziellen Möglichkeiten auch bei weitem übersteigt. Diese Übereinkunft soll zum 1. Januar 2010 wegfallen.

Dadurch droht die Abschaltung der Freien Radios in Sachsen. Das wäre für das kulturelle Leben fatal und ist politisch eine nicht zu rechtfertigende Konsequenz.

Die Unterzeichnenden meinen: Kulturelle und politische Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung demokratischer Teilhabe und bürgerlichen Engagements. Dafür leisten die nichtkommerziellen Medien einen unverzichtbaren ehrenamtlichen Beitrag. Wir fordern vom Freistaat Sachsen die dafür benötigte Finanzierung ein.

Die Erstunterzeichnerliste:

aha e. V. und LadenCafé aha GmbH Aleksej Litvinov, Management-Direktor des Theater-Verbandes, Moskau Alena Chazova, Diplom-Chemikerin, Köln Alesja Kovaleva, Schauspielerin, Riga, Lettland Alexander Pisklov, Artist, Moskau Andreas Ermer, Dresden Andreas Grosse, Konzertagentur Anneli Echterhoff, Studentin, Berlin Annie Lux, Schriftstellerin und Musikerin, Dresden A u. P Filmagentur Wolfhard Pröhl, Dresden Auseinandersetzen e.V. AZ Conni Dresden e.V./ Trägerverein AZ Conni e.V. Bärbel Bohley, Bürgerrechtlerin, Berlin Beatpol-Dresden e.V. Bernadette La Hengst, Musikerin und Autorin, Berlin Bernadette Lier, Dresden Bernd Aust Kulturmanagement GmbH (Kulturveranstaltungen und Konzerte im Alten Schlachthof Dresden) Bernd Gehrke, Zeithistoriker und Dozent in der politischen Bildung, DDR-Bürgerrechtler, Mitbegründer der Grünen Liga 1989 und der Vereinigten Linken Bert Papenfuß-Gorek, DDR-Underground-Schriftsteller, Mitbegründer der Literaturzeitschrift "Gegner", Berlin Blaue Fabrik e.V. Britta Schmidt, Chemnitz BUND e.V. Regionalgruppe Dresden Casablanca, Kino, Dresden Chinesisch-Deutsches-Zentrum e.V. Christoph Schäfer, Künstler, Hamburg, mit dem Projekt „Park Fiction“ auf der Documenta 11 vertreten Dario Azzellini, Politikwissenschaftler, Autor, Dokumentarfilmer, Künstler, Berlin/Caracas Denis Nareike, Ingenieur und Musiker, Dresden Deutsch-Russisches Kulturinstitut e.V., Dresden Dr. Annette Franz, Dresden Dr. Dietmar Lohmann, Dresden Dr. Renate Hürtgen, Historikerin, Arbeitskreis Geschichte sozialer Bewegungen Ost/West, Berlin Dr. Thomas Klein, Mitglied im Kuratorium "Haus der Demokratie und Menschenrechte", Berlin Dresdner, Kulturmagazin, die ganze Redaktion, Dresden Dresdner Stadtmusikanten e.V. e. Kunst- und Kulturverein Alte Feuerwache Loschwitz Ekatherina Fillipova, Ingenieurin, Moskau Elisa Mendt Europa – Demokratie – Esperanto (EDE) e.V. Eva Jähnigen, MdL, Bündnis 90/Die Grünen Felix Dollinger, Student Frauenbildungszentrum „Hilfe zur Selbsthilfe“ (FrauenBildungsHaus Dresden e.V.) Frauenzentrum "sowieso", Dresden Freies Sender Kombinat, Hamburg Galerie Adam Ziege & Andreas Kempe, Dresden Greenpeace-Gruppe Dresden Grüne Liga Dresden/ Oberes Elbtal e.V. Harald Neuber, Journalist, Berlin Haus der Kongresse für Umwelt - Bau - Verkehr Dresden e.V. Heidemarie Kruschwitz, Vorstand der Stiftung „Haus der Demokratie und Menschenrechte“, Berlin Heinz Kitsche, INKOTA-Netzwerk e.V. Henry Helm, Dresden (natürliche Person) Hochschulgruppe DIE LINKE.SDS Hugo Velarde, Philosoph, Autor, Übersetzer und Publizist, Mitbegründer der Literaturzeitschrift „Gegner“, Berlin Internationale Gärten Dresden e.V. internationaler Theater-Verein „Kunstarche e.V.“, Dresden Jochen Gester, Journalist und Kleinverleger, Mitglied des Arbeitskreis Internationalismus der IG Metall Berlin, Sekretär der Stiftung Menschenwürde und Arbeitswelt, Berlin Johannes Lichdi, MdL, Bündnis 90/Die Grünen Johannes Rudolf Jörg Sundermeier, Verbrecherverlag Berlin Jugendhaus Roter Baum Julia Bonk, MdL, Die Linke Jusohochschulgruppe Dresden Kammertheater Dresden Katja Kipping, MdB, DIE LINKE Katja Schibelius, Dipl.-Ing./Bauwesen Katrin Häntsch, Dresden Klaus Dieter Pursche, Schulleiter des Gymnasiums Dreikönigschule Klaus Wolfram, Lektor des BasisDruck Verlag, Berlin Kultur Aktiv e.V. Kulturbüro Sachsen e.V., Dresden ladyfestcrew dresden Linksjugend ['solid] Dresden Margit Czenki, Künstlerin und Filmemacherin, Hamburg, mit dem Projekt "Park Fiction" auf der Documenta 11 vertreten Maria Pisklova, Theater-Verband, Moskau Mark Neis, Mittweida Markus Dietze Martin Haug, Dresden Matthias Röder, stellvertretender Vorsitzender Kajuc. e.V. (Kulturalternative Jugend und Courage) Melanie Klughardt Michael Peschke, Zeitschrift "Gegner", Berlin Monika Neuner Monotekktoni, Musikerin, Berlin Nadeschda Fedorova, Theater-Verband, Moskau ne:o, Band Offene Kindertreff des Kinderladen Känguruh e.V. Olaf Schubert, Kabarettist und Musiker, Dresden Prof. Dr. phil. habil. Manuel Gervink, Rektor der Hochschule für Musik "Carl Maria von Weber", Musikwissenschaftler Prof. Stephan Dillemuth, Prof. für Kunstpädagogik an der Akademie der Bildenden Künste München und Künstler Prof. Dr. Werner J. Patzelt, Gründungsprofessor des Dresdner Instituts für Politikwissenschaft, Lehrstuhl für Politische Systeme und Systemvergleich Parmon, Internetlabel Phonocake, Dresden Philipp Schaller, Autor für Theaterstücke und Kabarettprogramme, Berlin und Dresden promovio e.V. - Verein zur Förderung der indianischen Menschenrechtsbewegung in Oaxaca / Mexiko PuppetierKooperat, Dresden Quilombo „Eine Welt“-Laden und g.e.V. Radio-Initiative Dresden e.V. Ronny Daniel Keydel Sabine Friedel, Stadtrat, SPD Dresden SAX (Moderne Zeiten Medien GmbH & Co. SAX Dresdner Journal KG) Sebastian Gerhardt, Vorstand der Stiftung „Haus der Demokratie und Menschenrechte“, Berlin Second Attempt e.V. Silvia Müller, Bürgerrechtlerin, Berlin und Schweden Société Populaire, DJs Stalin vs Band Stefan Döring, Zeitschrift "Gegner", Berlin Stefan Pautze, Grafiker und Künstler, Dresden und Braunschweig Stefan Ret, Geschäftsführer des BasisDruck Verlag Berlin Stephan Kühn, MdB, Bündnis 90/Die Grünen Sven-Thomas Graupner Svetlana Guseva, Journalistin, Dresden Tatjana Pisklova, Schauspielerin, Moskau Thalia (Kino) & Stephan Raake, Dresden Thomas Dumke, Mitglied des Vorstandes Trans-Media-Akademie Hellerau, Projektleitung CYNETART Thomas Richter, Projekt-Manager, Dresden Thomas Wagner, Dresden Till Müller-Klug, Dramatiker und Hörspielautor, Berlin Treibhaus e.V. Döbeln / Café Courage TU-Umweltinitiative, TUUWI Ulrike Almuth Sandig, Schriftstellerin, Leipzig Utz Pannike, Panisches NOt-Theater, Dresden Uwe Adler, Typograph, Weimar Uwe Schaarschmidt, Pressesprecher DIE LINKE Dresden Valeria Saveljeva, Ton-Technikerin, Moskau Willi Hajek, Autor und Journalist, Berlin, tätig in der gewerkschaftlichen Erwachsenenbildung, Mitarbeiter des internationalen tie-Bildungswerks e.V. Wilfried Trompelt, attac Dresden Wimp Club, DJs Zärtlichkeiten mit Freunden, Musikkabarett aus Riesa und Leipzig ZMO-Regionalverband Dresden e.V. (Zusammenarbeit mit Osteuropa)