Der Bundesverband Freier Radios ist der Zusammenschluss nichtkommerzieller Hörfunkinitiativen in der Bundesrepublik.
Der Bundesverband Freier Radios ist der Zusammenschluss nichtkommerzieller Hörfunkinitiativen in der Bundesrepublik.
Das Radiocamp findet wieder statt vom 17. bis 21. Mai 2023 in Markelfingen am Bodensee! Lernt, probiert euch aus, experimentiert mit Klängen und Argumenten, teilt euer Wissen, diskutiert und lernt euch kennen, initiiert gemeinsame Projekte, nehmt ein Bad im See, tanzt und guckt in die Sterne! Das Radiocamp ist für erfahrene und brandneue Radiomachende. Wieder mehrsprachig, und Kinder sind auch willkommen!
Mehr Infos / Anmeldung unter
https://radioca.mp
Gegenwärtig wird in Europa deutlich, wie groß die Abhängigkeit von monopolhaften US-Anbietern ist. Diese sehen sich nicht als Medienherausgeber und wollen in diesem Sinne auch keine Verantwortung für ihre Rolle in einem demokratischen Diskursprozess übernehmen. Vorherrschendes Geschäftsmodell ist der Handel mit und die Verwertung von personenbezogenen Daten, was oft mit der Verletzung von Persönlichkeitsrechten einhergeht. Das Diktat der Nutzungsbedingungen dieser Plattformen gibt auch die Art der Kommunikation vor, mit bisher vielfach negativen Auswirkungen auf den demokratischen Diskurs. Leider werden in dieser Diskussion die enormen demokratischen Potentiale einer Öffnung der Mediensektoren hin zu breiterer zivilgesellschaftlicher Teilhabe weitgehend ausgeklammert. Daher dominiert in der öffentlichen, medienpolitischen Debatte in Europa vor allem eine protektionistische Haltung, die sich der Perpetuierung des bestehenden, aber längst nicht mehr zeitgemäßen, Regulierungsrahmens von Massenmedien verschrieben hat. Damit soll in erster Linie der europäische Medienmarkt vor den US-amerikanischen Konzernen wie etwa Facebook oder Youtube „verteidigt“ und national festgefahrene Strukturen erhalten werden.
Dementgegen wirft der bereits weit fortgeschrittene Medienwandel aber generell völlig neue und weitgehend undiskutierte Fragen für zukünftige Konzepte der Medienpartizipation auf, etwa was die Nutzung und Rolle von Communitymedien betrifft, aber auch, wohin sich aufgrund geänderten Nutzungsverhaltens insbesondere Broadcasting-Medien technologisch entwickeln werden und welche Auswirkungen dies auf Formate, Darstellungsformen wie auch auf künstlerische Äußerung haben wird.
Mit „Building a European Digital Public Space – Strategies for taking back control from Big Tech platforms” hat CBA-Vorsitzender Alexander Baratsits eine Sammlung von Aufsätzen von wissenschaftlichen Expert:innen und Aktivist:innen aus dem Bereich der öffentlich-rechtlichen sowie der nicht-kommerziellen Medien herausgegeben. Diese Publikation setzt sich mit der Frage auseinander, wie ein öffentlicher demokratischer Diskurs in der digitalisierten Wirklichkeit etabliert werden kann.
Am Dienstag, dem 17.01.2023, fanden in Freiburg auf Anordnung der Karlsruher Staatsanwaltschaft polizeiliche Hausdurchsuchungen sowohl beim Freiburger Lokalsender Radio Dreyeckland (RDL) als auch bei zwei dort engagierten Personen statt. Radio Dreyeckland hat sich zu den Vorgängen mit einer eigenen Pressemitteilung zu Wort gemeldet:
Radio Dreyeckland ist das älteste Freie Radio in Deutschland und Gründungsmitglied des Bundesverbandes Freier Radios (BFR). Als aktives Mitglied im Bundesverband ist RDL Teil senderübergreifender Kooperationen in den Bereichen Recherche und Publikation. Somit ist nicht nur Radio Dreyeckland von der Beschlagnahmung von Unterlagen, Geräten und Datenträgern, sowie der Spiegelung von Daten betroffen. Vielmehr sieht der BFR die Grundrechte weiterer im Verband organisierter Freier Radios und ihrer Redaktionen verletzt.
Bereits im Jahr 2010 hatte das ebenso in Karlsruhe ansässige Bundesverfassungsgericht (BVG) den Grundrechtsrang der Rundfunkfreiheit, des Redaktionsgeheimnisses sowie der Vertraulichkeit der Redaktionsarbeit klargestellt. Dieses Urteil wurde vor dem Hintergrund einer Hausdurchsuchung im Jahr 2003 beim ebenso im BFR organisierten Freien Sender Kombinat (FSK) in Hamburg gefällt. Das Kassieren der Beschlüsse des Landes- und des Amtsgerichts Hamburg zu erwähnter Hausdurchsuchung wurde in der Pressemitteilung Nr. 2/2011 des BVG vom 5. Januar 2011 begründet: "Das Grundrecht der Rundfunkfreiheit schützt in seiner objektiven Bedeutung die institutionelle Eigenständigkeit des Rundfunks von der Beschaffung der Information bis zur Verbreitung der Nachrichten und Meinungen. Von diesem Schutz ist auch die Vertraulichkeit der Redaktionsarbeit umfasst, die es staatlichen Stellen grundsätzlich verwehrt, sich einen Einblick in die Vorgänge zu verschaffen, die zur Entstehung von Nachrichten oder Beiträgen führen, die [...] im Rundfunk gesendet werden. Unter das Redaktionsgeheimnis fallen auch organisationsbezogene Unterlagen, aus denen sich Arbeitsabläufe, Projekte oder die Identität der Mitarbeiter einer Redaktion ergeben. Sowohl die Anordnung der Durchsuchung der Räume [...] als auch [...] die Mitnahme redaktioneller Unterlagen [...], greifen daher in die Rundfunkfreiheit ein. Diese Eingriffe sind verfassungsrechtlich nicht gerechtfertigt."
Ferner müssen wir feststellen, dass dieser Angriff auf die Rundfunkfreiheit eines Freien Radios als Einschüchterung gegen staatsferne Berichterstattung verstanden werden muss. Freie Radios zeichnen sich in ihrer demokratischen und nichtkommerziellen Organisation besonders durch ihre Berichterstattung aus Betroffenenperspektive aus. Sie verstärken oft marginalisierte und überhörte Anliegen und Fragen der lokalen Communities und sehen in der Rundfunkfreiheit ein wichtiges Instrument zur Unterstützung der emanzipatorischen Zivilgesellschaft. Durch niedrigschwellige Angebote zur Mitarbeit, interne Weiterbildungen und redaktionsübergreifende Diskussionen und ihre praktische Arbeit vermitteln sie Medienkompetenz in die Breite der Gesellschaft und machen das Grundrecht der Rundfunkfreiheit direkt erfahrbar. Das Agieren der Karlsruher Staatsanwaltschaft ist auch vor diesem Hintergrund zu beurteilen.
Als Bundesverband Freier Radios fordern wir deshalb
Vom 8. - 11. September 2022 organisiert Radio Blau die feministischen Radiotage Claim The Waves. Das Festival soll FLINTA*-Personen für das Radiomachen begeistern. In rund 20 Workshops können die Teilnehmenden ihre Kompetenzen erweitern und sich austauschen mit Radiointeressierten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. Zwei Abendveranstaltungen mit Podiumsdiskussion zur Hör- und Sichtbarkeit von FLINTA*s in den Medien, ein Konzert und Lesung runden das Programm ab. Begleitet wird das Festival von einem 72stündigen Sendeprogramm live vom Festival und mit feministischen Inhalten aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus.
Heißer Scheiß - Klimadebatten und Bewegungen des Freien Radios RDL (Radio Dreyeckland) thematisiert die aktuelle Klimadebatte und gibt dabei den Klimaaktivist*innen aus dem Süden eine Stimme." Deshalt wurde die Reihe aus 71 Einsendungen ausgewählt und erhielt den Alternativen Medienpreis 2022.
Herzlichen Glückwunsch!
Am 8. März senden die Freien Radios ein Sonderprogramm zum feministischen Kampftag.
Die Covid-19-Pandemie beherrscht unseren Alltag nun schon seit zwei Jahren. Der Krieg in der Ukraine hat in den vergangenen Wochen die Weltlage dramatisch verändert. Viele von uns sind manchmal ganz schön müde, aber wir sind auch sehr wütend. Und: wir haben viel zu sagen. Deshalb geht auf die Straße am 8. März 2022 und schaltet euer Radio an!
Vom 4. bis zum 6. November 2021 fand die #ZWCM2021 online statt. In verschiedenen Diskussionsrunden und Vorträgen ging es u.a. um den public value der Freien Radios und politisch motivierte Angriffe auf diese. Es wurde die Konfiguration barrierefreier Studios thematisiert, die Audiosuchmaschine Open Audio Search und verschiedene Features des cultural broadcasting archives vorgestellt und die feministischen Vernetzung von Radiokollektiven vorangebracht. Der Herausgeber und einige Autor*innen der neuen Publikation „Building a European Digital Public Space, Strategies for taking back control from Big Tech platforms“ stellten diese vor.
Weit über hundert Teilnehmende aus über vierzig Radios und Institutionen nahmen an unserem Online-Kongress teil. Die Dokumentation der Veranstaltung inkl. der Möglichkeit, die verschiedenen Panels nachzuhören, findet ihr hier.
Die #ZWCM2021 wurde gefördert von der Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten und der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg. Gastgebend für das Kongresszentrum war die Wüste Welle in Tübingen.
In den Technik-Runden der freien Radios vielbesprochen und freudig erwartet – jetzt ist es da: Seit Anfang 2021 entwickelt das Arso Software-Entwicklungs-Team um Franz Heinzmann von Radio Dreyeckland zusammen mit der österreichischen Audio Plattform Cultural Broadcasting Archive (CBA) das Web-Tool "Open Audio Search" (OAS). Die Idee: Die Audio-Archive der freien Radios CBA und freie-radios.net (FRN) werden mit Hilfe von OAS vollautomatisch verschlagwortet.
Unter dem Titel "Frei – Anonym – Kostenlos! Was wird aus den freien Frequenzen?" organsisieren wir spontan einen internationalen Aktions-Live-Sendetag. Als Off-Stage Event der re:publica21 sprechen wir mit Politik und Regulierung über unsere zukünftige Verbreitung jenseits von propritären Netzwerken. #rp21 #MeanTime
Zum detailierten Programm gehts hier entlang
Das freie BürgerRadio, das seit dem 1. Juni 2011 im Internet und seit 2018 im Kabelkanal in Frankfurt (Oder), Seelow und Eisenhüttenstadt als Vollprogramm zu hören ist, geht ab Montag, 3. Mai 2021 auf UKW und wird so im heimischen Radio hörbar: Auf 91,7 MHz ist das Programm von Radio Słubfurt immer montags bis donnerstags von 18 bis 24 Uhr zu hören.
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